Von Toyota bis ins Rathaus 1. Die Gemeinsamkeiten

Nach den durch die Corona Epidemie verursachten Einbrüchen in der wirtschaftlichen Situation unserer Bürgerinnen und Bürger, des Gewerbes, der Kulturschaffenden und des städtischen Haushalts wird Vieles neu zu denken und nach Bedeutung und zeitlichem Ablauf neu einzuordnen sein.

Was hat das mit Toyota zu tun? Mehr als Sie denken!

Toyota stand nach dem 2. Weltkrieg vor einer sehr ähnlichen Situation. Märkte waren weggebrochen oder hatten sich sehr verändert. Mitarbeiter konnten und sollten nicht entlassen werden. Kapital war nicht mehr vorhanden. In dieser Lage entstanden die zentralen Gedanken dessen, was wir heute „Lean Management“ nennen. Dieses Managementkonzept wurde zum Erfolgsmodell – nicht nur für Toyota sondern weltweit. Nicht nur für die Produktion sondern auch für Verwaltungen. Ich denke Lean Management könnte auch ein Schlüssel sein zur Überwindung der Folgen von Corona in unserer Stadt und in unserer Region.

Ich will hier nur einige der Kerngedanken dieses Managementmodells darstellen. In weiteren Beiträgen werde ich dann konkret auf den Inhalt jedes einzelnen dieser Gedanken eingehen und aufzeigen, wie daraus ganz konkrete Handlungsempfehlungen für eine neue Art von zukunftsorientierter Stadtpolitik entwickelt werden können. Für mich sind die wichtigsten Ideen:

1. Qualität (der Stadtpolitik) muss neu definiert werden.

Nicht die Vorstellungen der Politiker/innen dürfen Maßstab sein, sondern die Erwartungen der Bürger/innen. Weniger ist schlechte Qualität. Mehr ist Verschwendung von Mitteln, die besser hätten eingesetzt werden können.

2. Teamarbeit muss die zentrale Arbeitsweise sein.

Ob in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtler/innen oder in der Verwaltung. Es muss gewünscht sein dass eigenes Wissen und Erfahrung mit eingebracht werden. Solche Beiträge müssen honoriert werden. Ein solcher Wissenspool vervielfältigt die Möglichkeiten auf Herausforderungen effektiv zu reagieren.

3. Man muss Fehler machen dürfen

Denn nur wer Fehler machen darf, der ist angstfrei genug, sie zu kommunizieren und gemeinsam einen Weg zu suchen, sie endgültig zu vermeiden. Unter den Teppich kehren hilft niemandem.

4. Ständige Verbesserung muss zum Prinzip werden.

Nichts ist perfekt, und wenn, dann höchstens für einen Moment in einer sich ständig verändernden Welt. Darum muss das stetige Suchen nach auch den kleinsten Verbesserungen zum allgemeinen Denkprinzip werden.

5. Handeln nach dem „Pull Prinzip“

Handeln immer erst dann und in dem Umfang wie es die Bürger/innen möchten. Nur so lassen sich gerade jetzt die Notwendigkeiten und die Möglichkeiten in unserer Stadt zumindest soweit wie möglich annähern.

Klingt banal? Warum wird es dann nicht schon längst praktiziert?

Im zweiten Teil von „Bad Honnef-Toyota“ werde ich mich besonders mit dem Qualitätsbegriff auseinandersetzen und danach fragen, wie die optimale Qualität von Stadtpolitik ganz konkret erreicht werden kann.
Ihr Klaus Munk

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